Streit schlicht schlichten

    10.03.2010

    Was tun, bevor es knallt. Und was tun, wenn es knallt. Mit diesen Fragen beschäftigten sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Sport.

    Um den Streit schlichten zu lernen, mussten die Teilnehmer auch körperliche Erfahrungen machen.

    Referent Dr. Jürgen Fritzsche leitete nicht nur das Seminar, sondern vermittelte auch neue Erfahrungen beim "Blind walk".

    Im Rahmen einer Streitschlichterausbildung des Programm „Integration durch Sport“ der Sportjugend Hessen lernten die FSJler an insgesamt fünf Bildungstagen viel über die Themen Gewaltprävention und Konfliktvermittlung. Geleitet wurde Ausbildung von Dr. Jürgen Fritzsche, Bildungsreferent im Deutschen Karateverband und Sportwissenschaftler, sowie Volker Rehm, IdS-Regionalkoordinator in Südhessen

    Alle Teilnehmer arbeiteten sehr engagiert mit und wollten viel über den Umgang mit Konflikten erfahren. Dabei ging es sowohl um das deeskalierende Verhalten vor und nach dem Streit als auch um das Verhalten während verbaler und körperlicher Auseinandersetzungen. Im Rahmen des FSJ sind alle Jugendlichen in Sportvereinen als Übungsleiter und Trainer tätig, einige im Rahmen des Programms „Freiwilligendienste machen kompetent“. Dies richtet sich speziell an Hauptschüler und Jugendliche ohne Schulabschluss. IdS-Hessen betreut diese Jugendlichen und will so das FSJ für eine neue Zielgruppe öffnen. Die Streitschlichterausbildung bietet allen Teilnehmern hierbei eine zusätzliche Qualifikation für die Zukunft neben der im FSJ integrierten Übungsleiterausbildung.

    Während der fünf Bildungstage wurden verschiedene Themenfelder angesprochen. So lernten die Teilnehmenden Grundlagen des aktives Zuhörens und der Mediation. In Rollenspielen wurden typische Problemsituationen mit Spielern, Eltern oder Betreuern nachgestellt. Auch an alltäglichen Beispielen wurden praktische Tipps für die Gesprächsführung vermittelt. In mehreren Teambuildingaufgaben zeigte sich, wie der Zusammenhalt in Mannschaften verbessert werden kann und Stresssituationen im Spiel simuliert werden können. Alle Teilnehmer konnten so auch ihr eigenes Verhalten in Konfliktsituationen überprüfen. Bei Praxisübungen im Bereich Gewaltprävention zeigte sich, wie man sich im Konfliktfall verhalten soll. Am wichtigsten war dabei immer der eigene Schutz.

    Ein mehrstündiges Bewerbungstraining durch Maike Mienert von der Agentur für Arbeit Offenbach rundete das Bildungsangebot ab. Hierbei sprach sie mit den Teilnehmern über Lebensläufe und Anschreiben und gab Tipps für die Ausbildungs-, Arbeits- und Studienplatzsuche. Informationen über Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit rundeten den Themenexkurs ab.

    Insgesamt war die Streitschlichterausbildung ein voller Erfolg. Alle Teilnehmer konnten viel für die Vereinsarbeit mitnehmen. Auch für das Privatleben werden viele Lerninhalte hilfreich sein. Doch eigentlich waren sich alle einig. Am liebsten würden sie die erworbenen Kenntnisse über Konfliktvermittlung nie in der Praxis einsetzen müssen.

    Von: Volker Rehm