„Zugewandert und Geblieben – Sport für Ältere aus aller Welt“

05.04.2017

Das DOSB-Projekt „Zugewandert und Geblieben – Sport für Ältere aus aller Welt“ ist abgeschlossen. Der DOSB hat die Ergebnisse in einer Broschüre zusammengefasst, die jetzt veröffentlicht wurde.

Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind in Sportvereinen kaum vertreten, das soll geändert werden. Foto: picture-alliance

Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind in Sportvereinen kaum vertreten, das soll sich ändern. Foto: picture-alliance

Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind in Sportvereinen unterrepräsentiert. Sie fühlen sich von Vereinsangeboten auch im Gesundheitssport nicht oder zu wenig angesprochen. Zudem hat das Robert Koch-Institut nachgewiesen, dass Migrantinnen und Migranten höhere Gesundheitsrisiken aufweisen können als vergleichbare Gruppen aus der Aufnahmegesellschaft.

Wie können ältere Menschen aus aller Welt erreicht und wie können sie für regelmäßige sportliche Aktivitäten im Verein gewonnen werden? Das waren daher die Leitfragen des Projekts, das dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ angeschlossen ist. Durchgeführt wurde es mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

 Zu dem Projekt wurden gezielt Migrantinnen und Migranten ab einem Alter von 60 Jahren für den Sport angesprochen. Das Ziel war es, sie zu mehr Bewegung und körperlicher Aktivität zu motivieren und ihnen die Vorzüge des Vereinssports nahe zu bringen. Dafür wurden passende Angebote gemacht, die sich an den Interessen, Möglichkeiten und Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren. Verschiedene Zugangswege wurden erprobt und unterstützend erfolgte der Auf- und Ausbau von Kooperationen mit Netzwerkpartnern vor Ort. 

„Integrationserfolge sind immer auch abhängig von Verhaltensweisen und Einstellungen“, sagt Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung im DOSB. „Deswegen war es wichtig, Fach- und Führungskräfte der beteiligten Projektvereine interkulturell zu schulen. Der DOSB bietet über die Landessportbünde dafür die Qualifizierungsmaßnahme `Sport interkulturell – Fit für die Vielfalt´ an.“ 

Fünf Mitgliedsorganisationen des DOSB mit jeweils mindestens drei Vereinen vor Ort haben mitgemacht: der Deutsche Tischtennis-Bund, die Sportjugend im LSB Brandenburg, der DJK Sportverband, der LSB Nordrhein-Westfalen und der LSV Schleswig-Holstein.

Die Broschüre informiert, wie das Projekt im Einzelnen umgesetzt wurde und kommt zu dem Fazit, dass der organisierte Sport aufgrund seiner verbandlichen Strukturen und fachlichen Expertise beste Voraussetzungen bietet, eine ganzheitliche Gesundheitsförderung bei älteren Migrantinnen und Migranten zu unterstützen.  

Erhältlich sind die Broschüren bei den Programmleitungen von „Integration durch Sport“ in den jeweiligen Landessportbünden.

Weitere Informationen gibt es unter www.integration-durch-sport.de 

(Quelle: DOSB)