ASPIRE – europaweit mehr Integration anstreben

23.02.2017

Der DOSB wird mit dem langjährigen Programm „Integration durch Sport“ Partner eines neu ins Leben gerufenen EU-Projekts zur Integration von Geflüchteten namens ASPIRE.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen von ENGSO stellen sich beim Auftakttreffen in Brüssel zum Gruppenbild. Foto: ENGSO/DOSB

Der Sport ist ein einzigartiges Instrument für die Integration von Geflüchteten. Das haben Non-Profit-Organisationen aus dem Bereich Sport, aber auch aus anderen gesellschaftlichen Bereichen, in verschiedenen europäischen Ländern erkannt und das Projekt ASPIRE ins Leben gerufen. 

ASPIRE steht für „Activity, Sport and Play for the Inclusion of Refugees in Europe“ und ist der Titel des neuen im Rahmen des EU-Programms „Erasmus+“ geförderten Projekts zur Integration von Geflüchteten. Zusätzliche finanzielle Förderung erhält das Projekt durch europäische Lotterien. Der Startschuss für das ASPIRE-Projekt gab es bei einer Auftaktveranstaltung am 8. und 9. Februar mit allen beteiligten Organisationen in Brüssel.

Unter der Koordinierung von ENGSO (Dachverband der europäischen nicht-staatlichen Sportorganisationen) kamen 13 europäische Organisationen aus dem Bereich Sport, darunter der DOSB, aus den sportnahen Themen sowie aus dem staatlichen Sektor im Rahmen dieses Projekts zusammen.

Heidi Pekkola, Projektmanagerin von ENGSO, sagte bei der Kick-Off-Veranstaltung in Brüssel: „Wir sind sehr froh, dieses wichtige Projekt heute starten zu können und sind sehr gespannt auf die kommende Zusammenarbeit mit unseren Partnern, die große Experten in diesem interessanten aber gleichzeitig komplexen Bereich – Integration von Geflüchteten – sind.“ ASPIRE sei innovativ, so Pekkola, denn es würden zum ersten Mal auf europäischer Ebene Ergebnisse  der Einzelländer zusammengefügt und, basierend auf einer wissenschaftlichen Analyse, weiterentwickelt. Die ENGSO-Managerin ist  zuversichtlich, dass „dieses Projekt eine hohe sozio-gesellschaftliche Wirkung haben wird, denn wir stützen uns auf die zahlreichen bereits vorhandenen Erfahrungen.“

Alle beteiligten Organisationen verbindet die gemeinsame Einstellung, dass Integration in erster Linie einen respektvollen Dialog auf Augenhöhe bedeutet und darauf abzielt, allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Partizipationschancen zu bieten. Die Partnerorganisationen verfügen bereits über zahlreiche Erfahrungen im Bereich Integrationsarbeit, psychosoziale Dienstleistungen und interkulturelles Lernen. Diese werden in die Erstellung eines gemeinsamen Trainingsmoduls, des ersten auf europäischer Ebene, miteinfließen und später zur Unterstützung von (Sport-) Organisationen zu ihrer weiteren interkulturellen Öffnung beitragen.

Mit  mehr als 25 Jahren Erfahrung aus dem vom BMI und BAMF verlässlich geförderten Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) wird auch der DOSB einen wesentlichen Beitrag zur europäischen ASPIRE-Initiative leisten. Die im Laufe des Projekts mit internationalen Partnern gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden zukünftig zur Weiterentwicklung von IdS eingesetzt.  

Nach dem Auftakt in Brüssel ist als nächstes eine wissenschaftliche Analyse von ICSSPE (Internationaler Rat für Sportwissenschaften und Physische Bildung) geplant, welche die Klärung des aktuellen Sachstands, die Benennung der größten Herausforderungen sowie  das Filtern der vorhandener Expertise zum Ziel hat und als Grundlage für die nachfolgende Entwicklung des Trainingsmoduls dienen wird.

In der dritten  und abschließenden vierten Phase wird getestet, ob das Trainingsmodul für die Endzielgruppe (Trainer, Ehrenamtliche, Sozialarbeiter, Entwicklungshelfer, Geflüchtete mit Sporthintergrund) nutzbringend ist. Wenn das der Fall ist, soll es danach in den am Projekt teilnehmenden Ländern (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Griechenland, Österreich, Serbien, Spanien, Schweden) durch nationale Trainingssessions eingesetzt werden.

Die abschließende Auswertung von ASPIRE ist für Sommer 2019 geplant, bei der auch die Weiterstreuung der erarbeiteten Ergebnisse diskutiert wird.

Zum Bericht von ENGSO über den Startschuss des ASPIRE-Projekts >>>

(Quelle: DOSB / ENGSO)