Leidenschaft und Fairplay

02.10.2013

Der Streetsoccercup macht aus dem Stadtzentrum ein Stadion

Am letzten Septembersonntag trafen über 100 Kinder und Jugendliche in zwanzig Mannschaften beim Streetsoccercup in Würzburg an, um ihr fußballerisches Können zu zeigen. Dabei standen Fairness und Toleranz ebenso im Vordergrund wie die spielerische Leidenschaft für den weltweit wohl beliebtesten Ballsport. Eingeladen hatte dazu das Team des Programms „Integration durch Sport“ im Bayerischen Landessportverband.

Gespielt wurde in zwei Altersgruppen auf dem Würzburger Marktplatz. Das Turnier eröffneten die Spieler bis 12 Jahre. Acht Teams wetteiferten sowohl um den Siegerpokal als auch um Fairnesspunkte. Für das fairste Team gab es ebenfalls einen eigenen Pokal. Dafür galt es Punkte zu sammeln durch gegenseitigen Respekt, das Einhalten der Regeln, faire Spielweise, guten Teamgeist und Entschuldigungen bei Fehlverhalten. Schiedsrichter und Assistenten achteten auf gegenseitiges Händeschütteln vor und nach dem Spiel, selbstständiges Anzeigen von Fouls und auch auf den Umgang der Spieler miteinander im eigenen Team. Gegen Mittag standen die ersten Sieger fest. Die Soccerfriends setzten sich gegen den SV Snickers Eis durch.

Am Nachmittag stiegen dann die Fußballer bis 15 Jahre ins Turnier ein. Für sie galten gleiche Regeln. Deutlich erkennbar hatten Tore für die meisten aber doch Vorrang vor den Fairnesspunkten. Unter starkem Ehrgeiz verliefen die Vorrunden zumeist sportlich fair. Im Halbfinale stieg die Spannung noch einmal richtig an. Die letzten vier Mannschaften zeigten sehr ausgeglichene Leistungen und hätten alle den Einzug ins Finale verdient. Dies bestritten zum Tagesabschluss die zwei Gastmannschaften aus München.

Sie sind in der Landeshauptstadt in einem Projekt aktiv, das künftig auch am Main durchstarten soll. Die offene Stadtteil-Liga „buntkicktgut“ bietet Jugendlichen ab sofort in Würzburg die Möglichkeit an offenen Trainingseinheiten teilzunehmen und an regelmäßig stattfindenden Spieltagen gegen Mannschaften aus anderen Stadtteilen zu spielen. Zum Startschuss dieses neuen Projektes waren mit dem Initiator von „buntkicktgut“ Rudi Heid auch Vertreter der Hypovereinsbank gekommen. Harry Bermüller - HVB-Niederlassungsleiter in Würzburg - überreichte einen Scheck über 5.000 Euro an den Sportreferenten Muchtar Al-Ghusain, damit das „buntkicktgut“-Konzept künftig in Würzburg ebenso erfolgreich wie in München umgesetzt werden kann.

Neben dem König Fußball zeigte das Boxteam Tommy aus Würzburg eine Bühnenshow mit beeindruckenden Schaukämpfen. Ein kleiner Skatepark am Rande des Markplatzes bot Anfängern und Könnern Gelegenheit zum Skaten. Zwei große Schachfelder nutzten die Gäste des Turniers auch für eine Partie Schach oder Dame. Der Mainbildung-Förderverein sorgte für kulinarischen Genuss mit einer reichen Auswahl türkischer Köstlichkeiten.

Der Streetsoccercup gehört in Würzburg zum festen Bestandteil verschiedener interkultureller Veranstaltungen. Auch in diesem Jahr vereinte der Fußball Kinder und Jugendliche wie auch erwachsene Zuschauer aus vielen verschiedenen Nationen, die in und um Würzburg leben. Fairness und Toleranz sind für den gemeinsamen Erfolg im Sport ebenso bedeutsam wie im Alltag.